Ab 1. September 2006 wird unser bisheriges Gebührensystem umgestellt.

 

Das bislang bestehende System mit Aufschlägen pro Milchwert- und Fleischwert- Punkt hat sich zwar gut bewährt, entspricht jedoch nicht mehr den aktuellen Voraussetzungen in der Tierzucht. Neben den Leistungsdaten für Milch und Fleisch werden die weiteren festgehaltenen Merkmale sowie das Exterieur für die Bullenauswahl immer wichtiger. Eine Festlegung des Preises nach Gesamtzuchtwert käme diesem Wunsch recht nahe, das Exterieur wäre jedoch auch hierbei nicht berücksichtigt. Vorstand und Aufsichtsrat der Besamungsgenossenschaft hat daher in einer gemeinsamen Sitzung Ende Juni 2006 beschlossen, ab 1. September unsere Besamungsbullen in fünf Preisklassen anzubieten:

 

·        Prüfbullen:        In dem laufenden Jahr des Prüfeinsatzes: 1,- € günstiger als Normalpreisbullen

·        Normalpreisbullen:

·        1,- € Zuchtzuschlag: Leichtkalbebullen, wobei die Milchvererbung im positiven Bereich liegen soll und keine großen Mängel in

Fundament und Euter feststellbar sein sollen.               

·        3,- € Zuchtzuschlag: - Bullen mit über 125 Gesamtzuchtwert,

                                -   Bullen mit über 120 Gesamtzuchtwert, die sich durch gute Milchvererbung, gute Exterieurleistung oder durch gute sekundäre Merkmale hervorheben,

                                -   Bullen in gezielter Paarung.

·        5,- € Zuchtzuschlag: - Bullen mit über 130 Gesamtzuchtwert,

                                -   Bullen mit über 120 Gesamtzuchtwert, die sich durch herausragende Milchvererbung, herausragende Exterieurleistung oder durch herausragende sekundäre Merkmale hervorheben,

                                -   Bullen der 3,00 €-Preisklasse mit wenig Samenvorrat.

 

Die Einteilung der Bullen in die einzelnen Kategorien erfolgt jeweils nach der Zuchtwertschätzung durch eine „Tarifkommission“ welche aus den beiden Vorsitzenden des Vorstandes und Aufsichtsrates, deren Stellvertretern sowie dem Geschäftsführer besteht. Die obige Einteilung gilt als Richtwert.

Die günstigste Kategorie liegt etwas höher als bislang (1,- € statt -,50 € Zuchtzuschlag), die Spitzenbullen werden wesentlich günstiger (5,- € statt 8,- € Zuchtzuschlag).

Dieses System ist deutlich flexibler und eleganter in der Handhabung. Es besteht nun auch die Möglichkeit, auf aktuelle Marktsituationen schneller zu reagieren. Insgesamt werden sich die Preise für die Besamung nur unwesentlich erhöhen. Auch in den gehobenen Preisklassen liegen wir mit unseren Gebühren für die Erstbesamung im untersten Bereich unserer Konkurrenz! Die Nachbesamungsgebühren liegen weit unter den von anderen Organisationen geforderten Gebühren.

 

Änderung ab 1.Januar 2008: Abschaffung der besamungsfreien Sonntage, dafür Anhebung der Sonntagsgebühr!

 

Änderung im Rahmen der genomischen Selektion ab 01. Juli 2011

Aufgrund massiv gestiegener KFZ – Kosten, moderat angehobenen Lohnkosten, massiv gesunkenen Zinseinnahmen und nicht zuletzt wegen den neuen Bedingungen im Rahmen der genomischen Selektion sehen wir uns leider gezwungen, unsere Besamungsgebühren zum 01. Juli 2011 anzupassen. Unsere Gebühren für Samen und die Dienstleistung sind, trotz steigender Kosten, seit nunmehr viereinhalb Jahren unverändert. Eine Abpufferung über Einsparmaßnahmen ist leider nicht mehr möglich.

 

Im August werden die genomischen Zuchtwerte auch für Fleckvieh - Bullen offiziell. Somit sind genomisch getestete Jungbullen ohne Töchterleistungen theoretisch ohne Einschränkungen einsetzbar. Die Sicherheiten der genomischen Zuchtwerte liegen zwischen den herkömmlichen, über die Nachkommenprüfung ermittelten Zuchtwerten und den Abstammungswerten, was für uns zwei Problemfelder eröffnet:

1.     Wenn wir weiterhin sicher geprüfte Bullen einsetzen wollen, benötigen wir eine gerechte, unbeeinflusste Bullenprüfung (Prüfeinsatz)

2.     Die geringeren Sicherheiten rechtfertigen nicht einen uneingeschränkten Einsatz des rein genomisch (ohne Töchterleistung) getesteten  Einzelbullen. Die genomische Selektion basiert auf populationsgenetischen Grundlagen. Die Resultate sind bei einer Gruppe von Bullen ausgezeichnet, müssen aber nicht für jeden einzelnen Bullen zutreffen.

 

Wir wollen genomisch getestete Jungbullen aus diesem Grund zunächst folgendermaßen einsetzen:

1.     Der auf Grund seiner genomischen Zuchtwerte frisch angekaufte Jungbulle wird - nach Quarantäne und erster Samenproduktion - wie bisher in den Prüfeinsatz gebracht. Hierbei sollen die gleichen Bedingungen wie bisher gelten (1/3 des Bestandes in MLP – Betrieben muss mit Prüfbullen belegt werden, ansonsten erfolgt eine Nachberechnung pro fehlende Prüfbullenbesamung). Es werden etwas weniger Prüfbullen als bisher (17 an Stelle von 24 pro Jahr) zum Einsatz gebracht werden, dafür können etwas mehr Besamungen pro Prüfbulle (1´500 an Stelle von 1´000 pro Prüfbulle) durchgeführt werden. Die Prüfbullenbesamung wird weiterhin verbilligt angeboten. Alle vorhandenen Informationen über den – durch die genomischen Zuchtwerte deutlich besseren – Prüfbullen werden Ihnen bekannt gegeben. Nach dem Prüfeinsatz, für den 9 Wochen veranschlagt werden, können Sie den genomisch getesteten Prüfbullen trotzdem auf Anfrage einsetzen, müssen aber einen Aufschlag von 5,- € bezahlen.

2.     Wenn ein Jahr nach dem Prüfeinsatz Informationen über mindestens 100 Abkalbungen vorliegen, diese nicht auffällig waren, das Leistungsprofil passt und auch sonst keine großen Mängel vorliegen, wird der genomisch getestete Jungbulle ohne Töchterleistung als funktional vorgetesteter Bulle in unsere Kreuzelliste aufgenommen. Als Ziel sind 6 solche Bullen im breiteren Einsatz geplant. Bei jeder Zuchtwertschätzung sollen 3 neue funktional vorgetesteter Bullen aufgenommen werden, so dass der einzelne Bulle unbegrenzt nur 8 Monate im Einsatz sein wird. Diese funktional vorgetesteten Bullen werden ihren Qualitäten entsprechend in den Preisklassen 1,- €,  3,- €, und  5,- € eingestuft.

3.     Wenn die Ergebnisse der Nachkommenprüfung (Töchter) vorliegen, wird der Bulle wie bisher zum freien, zeitlich und mengenmäßig unbegrenzten Einsatz frei gegeben. In der Kreuzelliste sollen jeweils 16 nachkommengeprüfte Bullen in den Preisklassen „normal“, 1,- €,  3,- €, und  5,- €.

Mit diesem Ansatz wollen wir erreichen, dass die genomisch getesteten Jungbullen einen gerechten Prüfeinsatz erhalten und der Einsatz der TOP genomischen Bullen in niedrigerem Sicherheitsniveau entsprechend breit ab gepuffert erfolgt. Ihrem Wunsch nach sicher geprüften Bullen kann mit diesem Vorgehen auch in Zukunft entsprochen werden ohne dass wir die Vorteile der genomischen Selektion außer Acht lassen.

 

GEBÜHRENORDNUNG  ab  1. Juli 2011

 

Rinderbesamung

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

Erstbesamung mit töchtergeprüften Altbullen oder  funktional vorgetesteten

genomisch getesteten Bullen in Milchleistungskontrollbetrieben, falls mindestens

         1/3 des Bestandes mit Prüfbullen besamt wird                                                           16,00

Erstbesamung mit stationseigenen Prüfbullen in MLP - Betrieben                               15,00

Nachberechnung pro fehlende Prüfbullenbesamung in MLP - Betrieben              8,00

Erstbesamung in Landestierzuchtbetrieben                                                            19,50

Wegegebühr für Nachbesamung                                                                                 7,50

Samenumlage für Eigenbestandsbesamer                                                                5,00

Preisklassen (Qualitätsaufschlag bei töchtergeprüften Altbullen und

       funktional vorgetesteten genomisch getesteten Bullen)              1,00 - 3,00 – 5,00

Zuschlag für Erstbesamung durch Tierarzt                                                                     2,50

Zuschlag für jede Besamung am Sonntag                                                                       4,50

 

Samen für die gezielte Paarung und Zukaufsamen wird entsprechend den Mehraufwendungen bei Erst- und Nachbesamung verrechnet. Jede Doppelbesamung wird als Nachbesamung gerechnet.

 

Schweinebesamung

Erstbesamung                                                                                                         19,00

Nachbesamung                                                                                                         5,00

Wegegebühr für Doppel- und Nachbesamung                                                        7,50

 

Embryotransfer

Vorbereitung von Spendertier und bis 8 Empfängern, incl. Spülung                    270,00

Pro transfertauglicher Embryo                                                                                 20,00

Pro Embryoübertragung                                                                                           20,00

Anfahrtspauschale bei Übertragung von TG - Embryonen pro Termin                   20,00

Einfrieren von Embryonen, pro Einfriervorgang                                                      80,00

 

Für Kühe, die im Rahmen des MOET-Zuchtprogrammes der VfR gespült werden gelten eigene Tarife.

 

Die Gebühren werden in Euro zu Beginn des Folgemonats zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertssteuer abgebucht. Für eine gewünschte Rechnungsstellung wird eine Bearbeitungsgebühr von 3,00 € erhoben.