Samenproduktion
Ein
eng umschriebenes Gebiet, anfängliche Schwierigkeiten in der Akzeptanz und ein
unermüdlicher Einsatz der Pioniere ermöglichten die Versorgung eines großen Gebietes
mit Frischsamen. Ein - wie wir es heute
noch in der Schweinebesamung sehen- nicht unbeschwerliches und auch
störungsanfälliges Verfahren. Schon bald
wurden - vor allem in den Ostblockstaaten- Untersuchungen zur
Tiefgefrierkonservierung von Bullensamen durchgeführt. Auf dem Triester Weltkongress wurde 1964 das
Verfahren der Pellettherstellung vorgestellt.
Bullensamen war so plötzlich unabhängig von Zeit und Raum, immer und
überall, verfügbar. So erst konnte die
Besamung Einzug in alle Stallungen finden.
Die ersten Pelletts wurden in Marktredwitz schon im Jahre 1964 erstellt.
Am 21.5.65 wurde das erste Mal TG –
Samen in der Praxis eingesetzt. Das Befruchtungsergebnis war nur unwesentlich
durch die Pellettierung verschlechtert. Die Vorteile (Verfügbarkeit,
Bullenauswahl, ...) überwogen, so daß das Verfahren bald richtig Fuß faßte.
Seit dem 1.8.66 sind Samenpelletts routinemäßig in Wölsau im Einsatz. Mit
mehreren Versuchen mit Kombipelletts wurde anfangs der 70er – Jahre eine
Optimierung des Verfahrens allerdings
erfolglos versucht. 1972 erfolgte die vollständige Umstellung auf Tiefgefrier –
Samen. Von Dr. Tuchlinski wurde der Pellett – Verdünner in seiner
Zusammensetzung so verändert, daß optimale Befruchtungsergebnisse erreicht
werden konnten. Zu Beginn der Samentiefgefrierung war flüssiger Stickstoff in
Nordostbayern noch nicht ohne Probleme zu beschaffen. Daher wurde 1971 eine
Luftverflüssigungs – Anlage an der Station installiert. Bis 1980 wurde der
benötigte flüssige Stickstoff an der Station selbst hergestellt. Nachdem
Flüssigstickstoff auch in anderen Produktionsverfahren der Industrie eingesetzt
wurde, konnte die Stickstoff - Versorgung von Lieferanten gewährleistet und
kostengünstig angeboten werden.
Neue Verfahren der Samenaufbereitung und Samenkonfektionierungen (Mini-Tüb, Pailletten) wurden stets beobachtet und erprobt, kein Verfahren konnte im Befruchtungserfolg und in der Wirtschaftlichkeit mit dem Pellet konkurrieren. Die meisten Besamungsstationen in Mittel- und Süddeutschland haben auf die Konfektionierung in Plastik – Röhrchen umgestellt. Die Besamungsstation Marktredwitz produziert deshalb lange Zeit von jedem Bullen eine bestimmte Anzahl Pailletten, um den Bedarf anderer Stationen in der gezielten Paarung abdecken zu können.
Im
Rahmen der Harmonisierung im EG-Binnenmarkt wurde das Pellett aus verschiedenen
Gründen (Chargenbezeichnung, Beschriftung, ...) nicht als Handelsware
zugelassen. Deshalb mußte im Jahr 1992 die Produktion von Pelletts eingestellt
werden. Seither wird der Samen in feinen Pailletten mit ¼ ml Inhalt verpackt
und eingelagert. Zu Beginn wurden herkömmliche
Pailletten
mit Baumwollstopfen verwandt.
Da eine nicht unwesentliche Menge des Samens im Baumwollstopfen bleibt, wurde das "Golden Ball“ – Verfahren 1997 eingeführt. Der Baumwollstopfen ist hierbei durch eine Metallkugel ersetzt. Der Verschluß ist hierbei 100 prozentig gewährleistet.
Einige Informationen zum heutigen Ablauf sowie einige Videos zur Samenproduktion finden Sie hier
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