Als Geschäftsführer ist Direktor Dr. Knut Springmann seit 1989 tätig. Er ist in der Schweiz aufgewachsen
und hat dort Tiermedizin studiert. Nach Stationen in Emmerthal
(Grosstierpraxis, Niedersachsen), Göttingen (Studium der Agrarwirtschaft,
Promotion mit einem Thema zum Embryotransfer) und München (Professor
Kräusslich, Embryotransfer bei Rind und Schwein, Gentransfer beim Schwein) trat
er die Nachfolge von Dr. Erich Schröder
(Geschäftsführer von 1979 bis 1988) in Wölsau an.
Nach der Gründung der Genossenschaft wurde
die Geschäftsführung zunächst durch den damaligen Milchhof – Direktor Georg
Opel wahrgenommen. Lag es doch auch im Interesse der Milchversorgung
Marktredwitz, sich den Rohstoff Milch auch zukünftig zu sichern. Nach drei
Jahren – am 9.8.54 übernahm Adolf Rasp aus Korbersdorf für fast 5 Jahre dieses
Amt. In der Anfangszeit galt es vor allem, die Bürgermeister im zukünftigen
Betreuungsgebiet von dem Vorteil der künstlichen Besamung zu überzeugen. In
dieser Zeit waren es ja die Gemeinden, die zur Vatertierhaltung verpflichtet
und für den züchterischen und vor allem zahlenmäßigen Fortschritt der
Rinderpopulation verantwortlich waren. Anders als heute war die Ernährung und
die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Milch und Fleisch oberstes Gebot.
Als erste hauptamtlicher Geschäftsführer nahm Dr. Kurt Tuchlinski am 19.3.59seine Arbeit auf.
Fachtierarzt für Zuchthygiene und Besamung
Fachtierarzt für Tierzucht und Biotechnologie
geb. 17.05.56 in Düsseldorf
verheiratet, kinderlos
Seit dem 1.1.1989 hat Dr. Knut Springmann die Geschäftsführung der Genossenschaft inne. Schon bald nach seinem Amtsantritt begann der Fall des eisernen Vorhanges, den alle Mitglieder der Genossenschaft aufgrund der (ehemaligen) Grenzlage hautnah miterleben durften. Mit Beginn seiner Anstellung am 1.6.88 führte Dr. Springmann den Embryotransfer im Gebiet der Besamungsgenossenschaft Wölsau ein. Im Juli 1991 übernahm Dr. Springmann vom scheidenden Vorsitzenden Willi Küspert den Prüfbullenankauf für Wölsau. Die von Willi Küspert in seinen letzten Jahren als Bulleneinkäufer gelegten Grundsteine in der Einkaufspolitik wurden bis heute ausgeweitet. Durch den umfangreichen gemeinsamen Ankauf der Prüfbullen mit anderen Besamungsorganisationen ist der kostengünstige Zugang zu einer breiten Palette geprüfter Vererber für die Mitgliedsbetriebe von Wölsau gesichert. So sind jährlich mindestens zwei Wölsauer Bullen im Rahmen der gezielten Paarung bayernweit im Zuchtprogramm eingesetzt. Die Zulassung der Station zum Innergemeinschaftlichen Handel am 13.3.90 und 11.2.94 erforderte einige Bau- und organisatorische Maßnahmen. Aber insbesondere die Umstrukturierung der Tierzuchtverwaltung und des staatlichen Beratungswesens, die Liberalisierung des Spermamarktes und rückläufige Besamungszahlen aufgrund des rapiden Strukturwandels und der Leistungssteigerung erforderte ein grundsätzliches Umdenken zur Kundenorientierung und zur Kooperation mit anderen Organisationen. Die Zusammenarbeit der Besamungsgenossenschaft Wölsau mit der VFR und der VFR – GmbH wird durch Dr. Springmann wesentlich vorangetrieben. Am 17.5.96 wurde Dr. Springmann in Anerkennung seiner Leistung zum Direktor ernannt. Seitenanfang
Geb. 18.01.12
Dr. Kurt Tuchlinski war bei der Gründung der
Besamungsgenossenschaft Marktredwitz – Wölsau eG als Motor und fachlicher
Initiator, quasi als Geburtshelfer, mit dabei. Als technischer Leiter, mit
seiner neuen Heimat verwachsen baute er aus dem Nichts in einem der
landwirtschaftlich schwierigsten Gebiete Bayerns trotz vehementem Widerspruch der
Regierung und der etablierten Organisationen eine Besamungsstation auf, die er
züchterisch und technisch nach über 28 Jahren in vorbildlichem Zustand an seine
Nachfolger übergeben konnte.
Am 12.5.1957 wurde Dr. Tuchlinski in den
Vorstand der Genossenschaft gewählt, dem er bis zum 19.3.59 angehörte. Bei
stets steigender Nachfrage nach Besamungen und stets neuen Gemeinden, die
Interesse an der Besamung zeigten, wurde bald erkannt, daß eine nebenamtliche
Geschäftsführung keinen Sinn macht und Dr. Tuchlinski wurde am 19.3.59 zum
hauptamtlichen Geschäftsführer benannt. In dieser Position hatte er die ganze
Aufbauphase mit außerordentlichem Geschick, zäher Energie und bravourösem
fachlichen Wissen bewältigt. Der ursprüngliche Gründungs – Anlaß (Tilgung der
Deckseuchen) war bald nur noch Nebeneffekt der Besamung. Einführung der
Bullenprüfung – Samentiefgefrierung – Zuchtprogramm – dies sind nur
stichpunkthaft die wesentlichen Schritte, die in der Folgezeit zu bewältigen
waren. Der sorgfältigen Bullenauswahl, dem kritischen Blick Dr. Tuchlinskis und
seinem (man kann schon fast sagen angeborenem) Wissen und Können um die
züchterischen Zusammenhänge war es zu verdanken, daß Wölsau immer wieder
bedeutende Vererber – in der Krönung sicher der Haxl - Sohn "HASSAN 38569"
– hervorgebracht hat. Auch vor neuen Wegen hat sich Dr. Tuchlinski nicht
gescheut. Versuche mit Limousine zur Verbesserung der Fleischleistung und erste
Einkreuzungen mit Rotbunt und Montbeliarde zur Optimierung der Milchleistung
zeugen von seiner züchterischen Offenheit.
Mit 66´743 Erstbesamungen bei 7´669 Mitgliedern beendete Dr. Tuchlinski
im Jahre 1979 seine Karriere.
Seine besonderen Verdienste um die bayerische
Landwirtschaft wurden am 1.5.1971 mit der Verleihung der Staatsmedaille in
Silber durch den damaligen Landwirtschaftsminister Dr. Eisenmann und die
Verleihung der silbernen Raiffeisennadel durch Oberrevisor Dunker sowie durch
die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse gewürdigt.
Fachtierarzt für Haustierbesamung und
Fortpflanzungsstörungen
Nach einer Übergangszeit nahm am 15.8.79 Dr.
Erich Schröder seinen Dienst an der Station auf. Mit 28-jähriger Erfahrung an
der Besamungsstation des Verbandes Angler Rinderzüchter e.V. in Süderbrarup war
Dr. Erich Schröder noch jung genug, ins für ihn ferne Bayern zu wechseln. Die
zehn Jahre seines Wirkens sind geprägt durch eine immense, ja revolutionäre
Entwicklung der Computertechnik. So wurde von Dr. Schröder das heutige System
der elektronischen Datenerfassung und auch die Umstellung der Buchhaltung auf
EDV eingeführt. Der Datenfluß zum LKV, die Erstellung betriebswirtschaftlicher
Statistiken, das Abbuchungsverfahren für die Besamungsgebühren ist aus der
heutigen Büropraxis und in der Tierzucht (Zuchtwertschätzung) nicht mehr
wegzudenken. Durch die EDV-Technik war es erst möglich geworden, die Zahl des
Verwaltungspersonales (und somit eines Festkostenblockes) auf ein Minimum von
heute 2 1/6 Arbeitskräften zu reduzieren. Mit Weitblick wurde auf Dr. Schröders
Anregung hin schon 1983 der Quarantänestall bei Rudi Thüring in Betrieb
genommen. Auf eine Impfung der Besamungsbullen gegen IBR – wie damals bei
vielen Besamungsstationen üblich - konnte dadurch verzichtet werden. Der Weg in
ein problemloses Anerkennungsverfahren im Rahmen der EU – Zulassung der Station
war so schon vorgegeben.
Am 14.6.88 wurden die Verdienste Dr. Schröders für das Besamungswesen durch die Verleihung des Bayerischen Löwen der ABB aus der Hand des damaligen Vorsitzenden der ABB Eberhard Thyssen gewürdigt. Am 31.12.88 trat Dr. Erich Schröder in den wohlverdienten Ruhestand ein, nachdem er seinen Nachfolger ein halbes Jahr der Einarbeitung gegönnt hat. Seitenanfang